Wie viele Paare hatten auch wir Pläne, Träume und den Wunsch, eine Familie zu gründen. Aber ich glaube, tief in mir habe ich immer gespürt, dass unser Weg dorthin etwas anders sein würde.
Dann entdeckte ich die PMA.
Eine Welt, die man sich wirklich nicht vorstellt, bevor man sie betritt. Eine Welt voller Warten, Hoffnung, Terminen, emotionaler Achterbahnfahrten und einer unglaublichen Kraft, die man trotz sich selbst in sich entdeckt.
Unser Weg begann vor mehreren Jahren. Im Jahr 2023 begannen wir mit den Inseminationen und führten drei durch. Eine davon schenkte uns eine immense Freude, nämlich endlich einen positiven Test zu sehen.
Leider hat uns unser Baby viel zu früh verlassen, in der neunten Schwangerschaftswoche. Das war eine extrem schwere Prüfung für meinen Partner und mich, zumal nichts auf ein solches Ergebnis hindeutete. Wir erfuhren es bei einem Ultraschalltermin, als wir entdeckten, dass sein kleines Herz nicht mehr schlug. Ein kleiner Stern, der uns viel zu früh verlassen hat, aber der immer in unserem Himmel und in unseren Herzen leuchten wird.
Danach setzten wir unseren Weg mit mehreren IVF-Behandlungen in verschiedenen Zentren und mit unterschiedlichen Protokollen fort. Innerhalb von neun Monaten führten wir vier IVF durch. Bei jedem Versuch hofften wir, dass es der richtige sein würde. Bei jedem Versuch mussten wir lernen, eine neue Enttäuschung zu akzeptieren. Jedes Mal konnte kein lebensfähiger Embryo gewonnen werden, und daher konnte kein Transfer durchgeführt werden.
Wenn man unerklärliche Unfruchtbarkeit durchlebt, hat man manchmal das Gefühl, auf der Stelle zu treten, obwohl man jeden Tag mit aller Kraft kämpft. Doch man macht Fortschritte. Langsam. Anders. Aber man macht Fortschritte.
Und dann haben wir eines Tages beschlossen, einen anderen Weg einzuschlagen.
Ich vergleiche die PMA oft mit einer langen Reise. Wenn die Hauptstraße gesperrt ist, kann man Monate damit verbringen, den Durchgang zu erzwingen. Dann akzeptiert man eines Tages, eine Nebenstraße zu nehmen. Eine Route, an die man anfangs nie gedacht hatte, die uns aber schließlich zum gleichen Ziel führen kann.
So wandten wir uns nach Spanien.
Dort entdeckten wir einen anderen Ansatz, andere Praktiken, eine andere Art, Paare bei ihrem Elternprojekt zu begleiten. Zum ersten Mal seit langem fanden wir wieder etwas Hoffnung.
Im Herbst 2025 konnte endlich ein Embryo gewonnen und wenige Tage später transferiert werden.
Und dieses Mal entschied das Leben, sich festzuhalten.
Heute, während ich diese Zeilen schreibe, bin ich in der 37. Schwangerschaftswoche. Unser kleiner Junge sollte in nur wenigen Tagen das Licht der Welt erblicken.
Nach all den Jahren des Wartens erscheint mir das noch unwirklich.
Ich nenne ihn gerne unser Sonnenbaby.
Nicht, weil er die schweren Jahre auslöscht. Sie werden immer Teil unserer Geschichte und seiner sein. Sondern weil er einen Weg erhellt hat, der uns manchmal sehr dunkel erschien.
Die PMA ist ein Weg voller Gegensätze. Von großer Liebe, Hoffnung, Freude, aber auch von Wut, Traurigkeit, Unverständnis und manchmal sogar Entmutigung. Doch hinter jedem Weg steht derselbe Wunsch: Eltern zu werden.
Wenn mich diese Erfahrung eines gelehrt hat, dann die Bedeutung des Paares.
Ich schätze heute das große Glück, all das mit einem so präsenten Partner wie meinem durchlebt zu haben.
Er war bei jedem Schritt dabei. Im Wartezimmer, bei den Terminen, in Momenten des Zweifelns wie in Momenten der Freude. Wenn einer von uns schwankte, hielt der andere das Steuer. Jeder erlebt die Prüfungen anders, jeder trauert auf seine Weise, aber wir haben immer versucht, gemeinsam voranzukommen.
Ich glaube sogar, dass uns dieser Weg stärker gemacht hat.
Nicht, weil man leiden muss, um sich mehr zu lieben. Sondern weil er uns gelehrt hat, uns zu unterstützen, zuzuhören und uns jeden Tag trotz aller Stürme füreinander zu entscheiden.
Wenn Sie gerade auf einem PMA-Weg sind und diese Zeilen lesen, möchte ich Ihnen einfach Folgendes sagen: Ihre Geschichte ist noch nicht zu Ende.
Vielleicht wird Ihr Weg länger sein als erwartet. Vielleicht nimmt er eine unerwartete Richtung. Vielleicht müssen Sie einige Nebenstraßen nehmen.
Aber solange es eine Möglichkeit gibt, gibt es Hoffnung.
Und manchmal wartet am Ende des Weges Ihr eigener kleiner Sonne 🌞 Ich wünsche es Ihnen allen von ganzem Herzen.
